Dr. Stefan Ruppert

"Im Bundestag habe ich zum ersten Mal ein Faxgerät benutzt" - Impressionen der Praktikantin Theresa Rudolph

Man nehme eine Prise Abenteuerlust, ganz viel Spaß an der Arbeit im Team, Interesse für die verschiedensten Themenbereiche und Lust am politischen Geschehen. Schon hat man die wichtigsten Zutaten für ein gelingendes Praktikum im Bundestag zusammen. Belohnt wird man mit einem abwechslungsreichen Arbeitsalltag, in dem man die Möglichkeit hat mit spannenden und inspirierenden Menschen zusammen zu arbeiten und faszinierende und einmalige Einblicke in das politische Geschehen zu bekommen.

Als Studentin der evangelischen Theologie liegt es nicht unbedingt nahe, ein Praktikum im Bundestag zu machen. Allerdings hatte ich festgestellt, dass mein Interesse für Politik immer mehr gestiegen ist und ich das Gefühl hatte nicht nur von außen verstehen zu wollen, was im politischen Geschehen passiert, sondern auch einen tiefergehenden Einblick gewinnen wollte. So startete mein Praktikum bei Dr. Stefan Ruppert dem Parlamentarischen Geschäftsführer und Religionspolitischen Sprecher der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag.

Gleich zu Anfang bekam ich einen umfassenden Einblick in den straffen Zeitplan im Deutschen Bundestag, der auch noch ständigen Änderungen unterworfen ist, da mein Praktikum mit zwei Sitzungswochen startete. Ein langsames ankommen ist in so einer Woche eher nicht möglich. Für die Abgeordneten beginnt der Tag dann häufig um sieben Uhr und endet nicht selten erst nach Mitternacht. Dabei reiht sich ein Termin an den anderen. Für die Mitarbeiter ist das Programm ebenso straff, da sie häufig auf unvorhergesehene Änderungen eingehen, kurzfristig neue Themen vorbereiten oder Termine organisieren müssen. Das machte meinen Start aber auch sehr spannend, da ich von Anfang an aktiv in die Arbeit eingebunden wurde und gleich am ersten Tag schon selbstständig Recherchen erstellen durfte.

Der Ablauf einer Sitzungswoche ist im Großen relativ gleich. Der Montag ist meistens zur Organisation innerhalb der Büros und zur Sichtung der anstehenden Thematiken da. Daher beginnt er auch mit einer Bürobesprechung, in der alle auf den neuesten Stand gebracht und neue Aufgaben verteilt werden.

Am Dienstag werden die Sitzungen im Plenum des Bundestages innerhalb der Fraktionen vorbereitet. Dafür gibt es Arbeitsgruppen und Arbeitskreise, an denen ich als Praktikantin auch teilnehmen durfte. Es war sehr spannend im Laufe der Woche zu verfolgen welche Themen es auch tatsächlich ins Plenum oder sogar in die Presse schafften. Am Nachmittag finden dann die jeweiligen Fraktionssitzungen statt. Wenn man hier als Praktikant die Möglichkeit bekommt kurz vorher auf der Fraktionsebene zu sein, sollte man das auf jeden Fall nutzen. Dort sieht man alle wichtigen Politiker dann auch mal in Person und kann noch die letzten Pressestatements der jeweiligen Fraktionsvorsitzenden verfolgen.

Am Mittwochvormittag tagen dann die Ausschüsse, die in den jeweiligen Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen vorbereitet wurden und am Nachmittag startet meistens das Plenum. Hier lohnt es sich an der Befragung der Bundesregierung teilzunehmen.

In meiner ersten Woche hatte ich gleich die Möglichkeit am Donnerstag die Regierungserklärung im Plenum zu erleben und auch relativ lange an dem nachfolgenden Geschehen teilzunehmen. Das gehörte definitiv zu einem meiner Highlights.

Andere Highlights waren, das Thema des Wahlrechts zu begleiten, zu dem Herr Ruppert im Plenum geredet und Pressestatements abgegeben hat. Oder auch andere Themen inhaltlich zu begleiten und zu sehen wie sie sich entwickelten von der Idee bis zu tatsächlichen Terminen und Handlungen. Oder auch einfach nur mit anderen Mitarbeitern und Praktikanten über politische Situationen zu diskutieren. Oder sogar zum ersten Mal in meinem Leben ein Faxgerät zu benutzen.

Insgesamt freue ich mich sehr, dass ich die Chance hatte hier ein Praktikum zu machen und kann es jedem nur ans Herz legen diese Möglichkeit zu nutzen.